Butjadingen...Wappen_Butjadingen
 Kuhtrieb
ist eine Halbinsel und Gemeinde an der deutschen Nordseeküste, die im Westen und Südwesten an die Jade und im Osten und Nordosten an die Weser grenzt. Sie bildet den nördlichen Teil des Landkreises Wesermarsch und ist recht dünn besiedelt. An die Gemeinde Butjadingen schließt sich im Südosten die Stadt Nordenham an, die geographisch ebenfalls noch der Halbinsel Butjadingen zugerechnet werden kann.
Die Gemeinde Butjadingen hat etwa 6600 Einwohner (2003). Wirtschaftlich sind Landwirtschaft und Tourismus, sowie in geringem Maße die Fischerei (hauptsächlich Krabben) von Bedeutung. Wichtige Fremdenverkehrsorte sind Tossens, Burhave, Eckwarderhörne sowie als touristisches Kleinod der Hafen von Fedderwardersiel. Weitere größere Orte sind Waddens, Stollhamm, Langwarden, Ruhwarden und Eckwarden.

Besucher sind sich oft nicht im Klaren auf welchem dramatischen Ort sie sich befinden.Butjadingen1164 Viele können sich nicht vorstellen, dass Butjadingen mal eine Insel war und häufig von Stürmen und schweren Sturmfluten heimgesucht worden ist. Doch der Name verrät es: Dieses Land lag einmal „buten“ der Jade – draußen vor dem Festland. Und ständig bedroht, von der tobenden Nordsee, dem „Blanken Hans“, verschlungen zu werden. Gewaltige Stürme  haben immer wieder die Nordsee aufgepeitscht, dass ganze Landstriche zum Raub der Fluten wurden. Viele frühere Sturmfluten haben keine Chronisten gefunden und sind daher meist nur geologisch nachweisbar. Er seit 1066 gibt es Aufzeichnungen.
Der jetzige Jadebusen begann sich zu bilden, die Burg Mellum versank in den Fluten.
1164 hat die Julianenflut den Jadebusen noch weiter aufgerissen - 20.000 Menschen sollen dabei ihr Leben verloren haben.Butjadingen1300
Die bisher schlimmsten Sturmfluten fanden zwischen dem 15. und 17. Januar des Jahres 1362 statt. Die „Zweite Marcellusflut“ ist in die Geschichte Butjadingens eingegangen, da sie etwa 100.000 Tote forderte – schaudernd sprach man noch lange von der „Groten Mandränke“.
Hier gab es deutliche Landverluste, weil das Wasser in die Landverbindung zwischen Jade und Weser eingedrungen war. Hier sprach man nun von „Boith Jatha“ – Butjadingen.
Doch das 16. Jahrhundert sah drei im Jahresrhythmus aufeinander folgende Katastrophen: Die „Cosmas- und Damian-Flut“ am 26. September 1509, eine namenlos Flut 1510 und die „Antoniflut“ am 16. Januar 1511, die „Eisflut“. Sie riss die Verbindung zwischen Jade und Weser endgültig weit auf – Butjadingen war nun zur „Insel“ geworden.Butjadingen1362
Zahlreiche Orte sind für immer in den Fluten versunken (Tedlens, Langemehne, Bär, Alt-Waddens, Aldessen bzw. Oldersum um nur einige zu nennen). Als eine der folgenreichsten kann die Weihnachtsflut von 1717 angesehen werden, der nahezu ein Drittel der Bevölkerung zum Opfer fiel und von der sich Butjadingen wirtschaftlich lange nicht erholte.  Diese bis dahin größte bekannte Sturmflut mit Überflutungen und Verwüstungen ungeheurem Ausmaßes. Von Holland bis zur dänischen Küste ertranken 11.150 Menschen und 100.000 Stück Vieh. 8.000 Häuser wurden zerstört.

Bis ins Mittelalter war das friesische Butjadingen praktisch eine freie "Bauernrepublik", bevor Sie nach verlustreichen Schlachten ("Lewer dod as sklav") nacheinander von den Ostfriesen, den Bremern und schlussendlich den Oldenburgern einverleibt wurde.Butjadingen1400

Der Halbinsel vorgelagert erstreckt sich das Wattenmeer zwischen den Mündungen von Jade und Weser etwa 23 km nach Nordwesten bis über die Insel Mellum hinaus. Es ist Teil des Nationalparks Niedersächsisches Wattenmeer. In Fedderwardersiel unterhält der Nationalpark ein Informationszentrum.

Fährverbindungen bestehen über die Weser von Nordenham nach Bremerhaven und in den Sommermonaten über die Jade von Eckwarderhörne nach Wilhelmshaven. Von Nordenham gibt es eine Bahnverbindung nach Bremen. Seit geraumer Zeit kann man jetzt auch den Wesertunnel benutzen. Für alle, die nicht so gerne mit der Fähre fahren wollen.